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Ausführlicher Text

Forschungsstation für komplexe biologische Systeme unter Wasser

von Tommy Müller

“Meeresbiologisches Institut zur Erforschung komplexer ökologischer Zusammenhänge unter Wasser. ( MBI )”

Meeresbiologisches Institut auf den Philippinen

Aufgabenstellung und Zielsetzungen

Aufgabe:

Aufgabe des MBI wird es sein neue Techniken und Konzepte zu erarbeiten, um die ökologischen Zusammenhänge der Meere und insbesondere der Korallenriffe zu Erforschen, sie zu Erhalten und in ihrem Wachstum zu sichern.

Ziel:

Ein Meeresbiologisches Institut mit Anbindung einer Schulungsstätte ( am Land ) und einer ” Unterwasser-Korallenschule ” ( unter Wasser ) zu schaffen.

Korallenriffe sind weltweit bedroht. Die reellen und idellen Werte sind stark gefährdet: rund 10 Prozent der Korallenriffe weltweit gelten als irreparabel geschädigt. Und nur 5 Prozent der Korallenriffe Indonesiens und der Philippinen verdienen das Prädikat “exellent “. Korallenriffe sind weit mehr als nur eine Augenweide.

Sie, sind der wirksamste und zugleich der billigste Küstenschutz - zumal sogar nachwachsend. Die sich aufbauenden Organismen scheiden enorme Kalkmassen ab und greifen dabei in den globalen Kohlendioxid - Kreislauf ein. Sie und die mit ihnen in Symbiose lebenden Lebensformen, werden als genetische Schatzkammer bezeichnet. Gemeint ist ihr Potential an pharmazeutisch und biotechnisch interessanten Stoffen, deren Bauanweisungen in ihrem Erbgut verankert sind.

Von dieser Lebensgemeinschaft lebt nicht zuletzt auch die Riff-Fischerei. Diese hat wesentlichen Anteil zur Ernährung der Küstenbevölkerung. Die größte Gefährdung der Korallenriffe ergibt sich aus dem rapiden Bevölkerungswachstum in Küstennähe. Zwei Drittel aller Menschen leben heute bereits weniger als 60 Kilometer vom Meer entfernt, welches den Nutzungsdruck auf die Lebensräume ober, und unterhalb der Wasserlinie verstärkt. Die Einleitung von Abwasser ist nur eine der Folgen. Anders als bei den Verbauungen und Umgestaltungen von Küstenbereichen kann sich der Mensch keine Vorstellungen der Folgen unter Wasser machen. Straßen und Hafenbauten hinterlassen zum Bsp. mobile und damit besiedlungfeindliche Schuttfelder im Meer und erhöhen den Sedimentgehalt des Wasser.

Auch der zunehmende Schiffsverkehr trägt das Seine dazu bei.

Welchen Stress ständig auftreffende Sedimentpartikel für einen Korallenstock bedeuten ist für einen Laien nicht nachvollziehbar. Die dadurch ausgelöste Produktion von reinigendem Schleim zehrt nicht nur Energie sondern fördert auch das Wachstum sauerstoffverbrauchender Bakterien auf diesen für sie günstigen Nährböden. Die unerwarteten Folgen sind dann verkümmernde, in der Artenzahl dezimierte oder abgestorbene Korallenbestände.

Auch die Fischerei, industriell mechanisiert oder mitunter der Zuhilfenahme des Dynamitfischens, versucht die schwindenden Erträge durch noch weiter verstärkten Einsatz wettzumachen, und treibt damit die Zerstörung der Korallenriffe voran. Das Hauptproblem der Zerstörung der Korallenriffe allerdings ist der Tauchtourismus!
Schritte, die diese Entwicklung umkehren oder zumindest aufhalten, sind dringend erforderlich.

Schutzgebiete wie, riff-ferne Länder der Ersten Welt sie vorallem fordern, sind grundsätzlich richtig, aber an den dicht besiedelten Küsten nicht an den betroffenen Menschen vorbei durchzuführen. Ein typischer Dynamitfischer kann schon aus rein wirtschaftlichen Gründen kaum Verständnis für die, von westlichen Ländern geforderten Schutzzonen aufbringen.
Die Argumentation, daß auch seine Nachkommen den Schutz eines Riffwalles genießen sollen, und daß die Unterwasserwelt noch ungeahnte Schätze und pharmazeutische Produkte berge, können ihn nicht interessieren solange ihm keine wirtschaftlichen Alternativen geboten werden.

Nur wenn er selbst Nutzen aus einem intakten Riff zu ziehen mag, wird er dessen Wert erkennen und bewahren.

Wie man vielerorts feststellen konnte, wirft ein Riff, als Atraktion für den Tauchturismus mehr Profit ab, als wenn es weiter als bisvor befischt würde.
Während Schutzmaßnahmen und andere Beschränkungen bei zumindest halbwegs intakten Riffbereichen greifen, erfordern geschädigte und zerstörte Riffe Rehabilitationmaßnahmen.
Die Verfahren hierfür sind heute prinzipiel schon vorhanden. Da sich die zugrunde liegende Technologie für vielerlei Anwendungen und Ziele eignet, ist einer ungeordneten Bau - und Investionstätigkeit am Meeresboden zuvorzukommen. Beispiel hierfür, ist die Umwandlung von Mangroven und anderen Küstenlebensräumen in Garnelenzuchtanlagen.

Eine Planung auf ökologischer Grundlage ist unabdingbare Voraussetzung für intakte Riffe.

Zahlreiche Ergebisse der Grundlagenforschung können hier zum Gerüst eines neuen wissenschaftlichen Gebäudes beitragen, und aus den vielen Analogien der Waldökologie und Forstwirtschaft ließen sich weitere Anregungen gewinnen. Allgemeine Leitlinien für eine, nachhaltige Nutzung von Lebensräumen über dem Meeresspiegel - wie ” die ökologische Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes zu erhalten ” - gelten schließlich auch unter Wasser. Für ein Korallenriff bedeutet dieses, daß Bedingungen geschaffen werden müssen, die es dem Riff ermöglichen, bei steigengendem Meeresspiegel mitzuwachsen um so auch weiterhin als Küstenschutz fungieren zu können.

Wie könnte ein künftiges Riffmanagement aussehen?

  1. Ausweisung spezieller Schutzgebiete an Land und Wasser
  2. Renaturierungsmodul für geschädigte Riffe
  3. Schulungsmodul ( Korallenschule, analog zur Baumschule )
  4. Unterwasserlehrpfad ( evt. für den Tauchtourismus )
  5. Versenkbares Wrack als Erlebnismodul ( speziell für den Tauchtourismus )
  6. Algenzuchtfarm ( anstelle der Riff - Fischerei )
  7. Meeresbiologisches Institut zur Erforschung komplexer zusammenhänge unter Wasser
  8. Schulungsstätte um Forschungsergebnisse direkt umzusetzen ( für auswärtige Forscher )

Quellenangabe:

Spektrum der Wissenschaft
Spezial: Die dynamische Welt der Ozeane
Artikel: Ist der Niedergang der Korallenriffe aufzuhalten von : Helmut Schumacher und Peter van Dreek

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